Elektrofachkraft bei der DGUV V3 Prüfung an einem Schaltschrank

Ablauf einer DGUV V3 Prüfung im Unternehmen

Von der ersten Abstimmung bis zur vollständigen Dokumentation – so planen und führen wir die Prüfungen durch.

Ratgeber · DGUV V3
Juli 2026 ca. 7–8 Min. Lesezeit Prüfplanung · Organisation · Dokumentation Peter Müller · Geschäftsführer, ETM

DGUV V3 Prüfungen finden zum Teil im mehrjährigen Rhythmus statt. Daraus ergeben sich in der Regel Fragen, bevor die Prüfung ansteht. Wie läuft ein solcher Termin ab? Müssen Produktionsbereiche stillgelegt werden? Wann sind die Prüfer in welchen Räumen? Und wie viel Zeit müssen die eigenen Mitarbeiter dafür einplanen?

Eine gut vorbereitete DGUV V3 Prüfung folgt einem klaren Ablauf. Bereits vor dem ersten Prüftermin werden Umfang, Zuständigkeiten und der zeitliche Ablauf gemeinsam abgestimmt. So wissen alle Beteiligten, welche Bereiche geprüft werden, wer Ansprechpartner ist und wie sich die Prüfung möglichst reibungslos in den Betriebsablauf integrieren lässt.

Die Prüfplanung ist der erste Schritt

Bevor die eigentliche DGUV V3 Prüfung beginnt, wird der Ablauf gemeinsam abgestimmt. Ziel ist es, die Prüfung so zu organisieren, dass sie sich möglichst reibungslos in den Betriebsablauf einfügt und alle zu prüfenden Betriebsmittel, Maschinen und Anlagen vollständig erfasst werden.

Im ersten Gespräch wird festgelegt, welche Bereiche geprüft werden und wer während der Prüfung als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Gleichzeitig wird besprochen, welche Termine für Maschinen oder Anlagen geeignet sind. Sind bestimmte Räumlichkeiten nur zu bestimmten Zeiten zugänglich, berücksichtigen wir dies bei der Planung. Auch organisatorische Besonderheiten, beispielsweise laufende Produktionsprozesse oder sicherheitsrelevante Bereiche, fließen in die Planung ein.

Welche Betriebsmittel werden geprüft?

Steht der Prüfumfang fest, werden die zu prüfenden Betriebsmittel den jeweiligen Bereichen zugeordnet. Grundlage sind vorhandene Inventarlisten, Gerätelisten oder frühere Prüfprotokolle des Unternehmens.

Im Rahmen der Prüfplanung wird gemeinsam festgelegt, welche Betriebsmittel dauerhaft inventarisiert werden sollen. Für Geräte wie PCs, Monitore, Drucker, Messgeräte oder Verlängerungsleitungen hat sich eine eindeutige Inventarnummer bewährt. Sie ermöglicht eine lückenlose Zuordnung der Prüfergebnisse und erleichtert die Organisation zukünftiger Wiederholungsprüfungen.

Für Kleinsverbraucher, wie Steckernetzteile, wird hingegen in Absprache mit dem Betreiber festgelegt ob eine Inventarisierung gewünscht wird. Hier steht der organisatorische Aufwand häufig nicht im Verhältnis zum Nutzen. Auch diese Betriebsmittel werden selbstverständlich geprüft und in der Prüfdokumentation berücksichtigt.

Durch diese gemeinsame Abstimmung entsteht ein Prüfkonzept, das sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch einer nachvollziehbaren Dokumentation gerecht wird.

So läuft die DGUV V3 Prüfung vor Ort ab

Am vereinbarten Prüftermin beginnt die DGUV V3 Prüfung in den zuvor abgestimmten Bereichen. Die Elektrofachkraft arbeitet die Betriebsmittel systematisch ab und orientiert sich dabei an der gemeinsam festgelegten Prüfplanung.

Dieser Ratgeber beschreibt den Ablauf der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel. Die Prüfung von Maschinen, ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln und elektrischen Anlagen folgt teilweise anderen Prüfverfahren und wird in einem eigenen Ratgeber erläutert.

Jedes Betriebsmittel wird zunächst einer Sichtprüfung unterzogen. Dabei werden beispielsweise Gehäuse, Anschlussleitungen, Stecker sowie vorhandene Schutz- und Kennzeichnungseinrichtungen auf erkennbare Mängel kontrolliert. Anschließend erfolgen die nach den geltenden Normen erforderlichen elektrischen Messungen und Funktionsprüfungen. Die Elektrofachkraft wählt dabei selbständig die Prüfverfahren aus, die sowohl das Prüfziel der elektrischen Sicherheit als auch die Unversehrtheit der elektrischen Betriebsmittel garantiert.

Während der Prüfung werden die Messergebnisse unmittelbar dokumentiert und dem jeweiligen Betriebsmittel zugeordnet. Werden Mängel festgestellt, werden diese protokolliert und entsprechend ihrer sicherheitstechnischen Bedeutung bewertet.

Was passiert bei festgestellten Mängeln?

Werden während der Sichtprüfung und der Messungen Abweichungen festgestellt, werden diese dokumentiert und hinsichtlich ihrer sicherheitstechnischen Bedeutung bewertet.

Je nach Art des Mangels kann das Betriebsmittel weiterhin betrieben werden oder sollte bis zur Beseitigung des Mangels außer Betrieb genommen werden. Die Bewertung erfolgt durch die prüfende Elektrofachkraft unter Berücksichtigung der geltenden Vorschriften und des festgestellten Zustands.

Alle festgestellten Mängel werden im Prüfprotokoll nachvollziehbar dokumentiert. Dadurch erhält der Betreiber eine Übersicht darüber, welche Betriebsmittel instand gesetzt, weiter beobachtet oder gegebenenfalls ersetzt werden sollten.

Die Dokumentation nach der Prüfung

Der Auftraggeber erhält eine nachvollziehbare Dokumentation aller durchgeführten Prüfungen. Sie dient als Nachweis der Prüfung und erleichtert die Planung zukünftiger Wiederholungsprüfungen. Gleichzeitig lassen sich festgestellte Mängel und bereits durchgeführte Instandsetzungen über die Prüfhistorie nachvollziehen.

Mit der Übergabe der Prüfunterlagen ist die DGUV V3 Prüfung abgeschlossen. Die Dokumentation bildet zugleich die Grundlage für die nächste Wiederholungsprüfung.

Wie geht es nach der ersten DGUV V3 Prüfung weiter?

Mit einer vollständigen DGUV V3 Prüfung ist die Grundlage für zukünftige Wiederholungsprüfungen geschaffen. Durch die vorhandene Dokumentation und – soweit eingesetzt – die Inventarisierung der Betriebsmittel lässt sich der Prüfbestand bei den nächsten Prüfterminen einfach erfassen und aktualisieren.

Neue Betriebsmittel können in den vorhandenen Bestand aufgenommen werden, während außer Betrieb genommene Geräte aus der Dokumentation entfernt werden. Dadurch bleibt der Prüfbestand aktuell und die Prüfdokumentation nachvollziehbar.

Die Prüffristen richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben, den einschlägigen Normen sowie den betrieblichen Gegebenheiten. Ziel ist es, die elektrische Sicherheit dauerhaft zu gewährleisten und die wiederkehrenden Prüfungen effizient in den Betriebsablauf zu integrieren. Bei geringen Fehlerquoten geben wir eine Empfehlung für den Prüfrhythmus ab.

Mit einer kontinuierlichen Prüfplanung entsteht Schritt für Schritt ein vollständiger und aktueller Überblick über die prüfpflichtigen Betriebsmittel im Unternehmen. Das erleichtert nicht nur zukünftige DGUV V3 Prüfungen, sondern unterstützt auch die rechtssichere Dokumentation der durchgeführten Prüfungen.

Zusammenfassung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Prüfplanung: Umfang, Zuständigkeiten und Termine werden vor dem ersten Prüftermin gemeinsam abgestimmt.
  • Zuordnung der Betriebsmittel: Grundlage sind Inventarlisten, Gerätelisten oder frühere Prüfprotokolle.
  • Prüfung vor Ort: Sichtprüfung, elektrische Messungen und Funktionsprüfungen nach den geltenden Normen.
  • Mängelbehandlung: Abweichungen werden dokumentiert und nach sicherheitstechnischer Bedeutung bewertet.
  • Dokumentation: Der Auftraggeber erhält einen nachvollziehbaren Nachweis aller durchgeführten Prüfungen.
  • Wiederholungsprüfung: Die vorhandene Dokumentation bildet die Grundlage für die nächste Prüfplanung.

Häufige Fragen

Die Dauer einer DGUV Vorschrift 3 Prüfung hängt von der Anzahl und Art der zu prüfenden Betriebsmittel ab. Während der Prüfplanung wird der voraussichtliche Zeitaufwand gemeinsam abgestimmt. So kann die Prüfung in den Betriebsablauf integriert und auf Wunsch auch abschnittsweise oder an mehreren Terminen durchgeführt werden.

Die Prüfung aller elektrischen Betriebsmittel eines typischen PC-Arbeitsplatzes ist in der Regel innerhalb von 10 bis 15 Minuten abgeschlossen. Für Maschinen und elektrische Anlagen wird im Vorfeld ein Prüfkonzept erstellt. Auf dieser Grundlage lässt sich der voraussichtliche Zeitbedarf zuverlässig abschätzen.
Für die Durchführung der Prüfung genügt in der Regel ein Ansprechpartner des Unternehmens. Dieser unterstützt bei organisatorischen Fragen, beispielsweise beim Zugang zu einzelnen Bereichen oder Maschinen. Die Anwesenheit aller Mitarbeiter ist nicht erforderlich. Müssen Betriebsmittel oder Maschinen für die Prüfung in Betrieb genommen oder abgeschaltet werden, wird dies rechtzeitig mit dem Ansprechpartner abgestimmt.
Das hängt von der Art der Prüfung und dem jeweiligen Betriebsmittel ab. Viele ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel können ohne Auswirkungen auf den laufenden Betrieb geprüft werden. Bei Maschinen, ortsfesten Betriebsmitteln oder elektrischen Anlagen können dagegen einzelne Prüfschritte eine Abschaltung erforderlich machen.

Solche Maßnahmen werden bereits während der Prüfplanung mit dem Unternehmen abgestimmt, damit sich notwendige Unterbrechungen möglichst mit geplanten Wartungsarbeiten oder Produktionspausen verbinden lassen. Je nach Art der Prüfung können einzelne Prüfschritte auch ohne vollständige Abschaltung der Anlage durchgeführt werden.

DGUV V3 Prüfung für Ihr Unternehmen planen

Jedes Unternehmen stellt unterschiedliche Anforderungen an die Durchführung einer DGUV V3 Prüfung. Anzahl der Betriebsmittel, Produktionsabläufe, Maschinen und organisatorische Rahmenbedingungen beeinflussen den Prüfablauf und den Zeitbedarf.

In einem unverbindlichen Gespräch besprechen wir gemeinsam den Prüfumfang, den organisatorischen Ablauf und die für Ihren Betrieb passende Vorgehensweise. So erhalten Sie eine realistische Einschätzung des Prüfaufwands und können die DGUV V3 Prüfung frühzeitig in Ihre Betriebsabläufe einplanen.

Persönliche Beratung zur Prüfplanung

Sie möchten eine DGUV V3 Prüfung vorbereiten oder haben Fragen zum Ablauf? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie persönlich und erstellen ein auf Ihr Unternehmen abgestimmtes Prüfkonzept.

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Weitere Themen: Ortsveränderliche Betriebsmittel, Ortsfeste Anlagen und Verteilungen, Maschinen nach VDE 0113.